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Bio-Hybrid-Rasen

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BIO-HYBRID-RASEN

Im Profi-Fußball muss der Rasen perfekt sein. Je nach Witterung und Belastung leiden die Spielflächen. Die Greenkeeper haben vor allem zwischen Oktober und März alle Hände voll zu tun, den Spielern optimale Bedingungen zu liefern, aber bei besonders harten Bedingungen kommen auch sie an ihre Grenzen. Ihr größtes Problem: Bei nass-kaltem Wetter erleidet der Rasen mehr Spielschäden und regeneriert sich weniger, als bei wärmeren und etwas trockeneren Bedingungen. „Das ist ganz normal“, sagt auch Arnd Peiffer von den Gebrüdern Peiffer, „vor allem wenn Kälte und Nässe zusammenkommen, hat es ein Rasen bei Belastung schwer. Das Wachstum ist deutlich reduziert und kontinuierlicher Regen macht die Pflege nicht leichter.“ Ein probates Mittel für eine längere Lebensdauer sind unterschiedliche Hybrid-Rasen-Systeme.

„Es gibt mehrere Hybrid-Systeme“, erklärt Peiffer, „manchmal sind einfach nur Kunstfasern mit in den Boden eingemischt, die dadurch der so genannten Rasentragschicht mehr Stabilität bieten.“ Andere Varianten besteht aus einem Kunststoffnetz, das mit einzelnen Kunstgräsern versehen ist. Auf dieses Netz wird dann der Naturrasen gesät. Auch hier ist der Rasen deutlich stabiler, zusätzlich werden die Naturgräser durch Kunstgräser aufgefüllt. Wieder andere Hybrid-Rasen kommen mit anderen Lösungen daher. Alle sollen die Tragschicht stärken und durchtrittsicher machen. Der Nachteil bei all diesen Systemen: Es wird Kunststoff mit eingearbeitet. Beim Spiel werden feinste Kunststoffteilchen frei, die in der Natur oder auch im Körper der Spieler landen. Ob sich dadurch negative Folgen ergeben, ist noch nicht ausreichend erforscht. Und auch wenn die Haltbarkeit deutlich verbessert wird, muss auch ein Hybrid-Rasen regelmäßig ausgetauscht werden. Was dann von der Fläche gefräst wird, ist Sondermüll. „Man kann Plastik und Rasen nicht mehr komplett trennen. Deshalb setzen wir im Sinne der Nachhaltigkeit auch ungern auf klassische Hybrid-Rasen“, so Peiffer.

Doch der Willicher Betrieb wäre nicht einer der Marktführer, wenn dort nicht auch Innovationen entstünden. Ganz neu ist jetzt der Bio-Hybrid. Anstelle Kunststoff befindet sich hier im Boden ein Kokosgeflecht. „Im Bio-Hybrid-Rasen sind alle Bestandteile natürlich. Wir bauen den Rasen mit der Kokosfaser ganz normal an, ernten ihn, wie auch den Rasen ohne Kokos und verlegen ihn im Stadion.“ Die Fasern im Boden bieten die nötige Stabilität, beim Austausch kann die Fläche ganz normal gefräst und dann komplett kompostiert werden. Kunststoffe bleiben komplett außen vor.

„Das Interesse bei den Stadionbetreibern und Fußballvereinen ist groß“, freut sich Peiffer. Als erstes Stadion wurde jetzt die alte Försterei von Union Berlin mit dem innovativen Rasen ausgestattet. „Wir hoffen natürlich auf viel Feedback“, sagt Peiffer, „denn natürlich erwarten wir bestimmte Eigenschaften, die wir auch schon getestet haben, aber der Einsatz im Stadion ist immer noch etwas Anderes.“

Mit dem neuen Bio-Hybrid-Rasen möchte Peiffer dem Kunststoff den Kampf ansagen. „Wir hoffen mit dem Rasen viele Vereine überzeugen zu können. Denn auf echtem Naturboden spielt es sich immer noch am besten“, meint Arnd Peiffer. 

 

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